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Badische
Zeitung
vom 22.11.2011
Eine Reise durch
Klangwelten
Die Winzerkapelle
Köndringen begeistert wie gewohnt ihr Publikum beim Konzert in der
evangelischen Kirche.
TENINGEN-KÖNDRINGEN. Das Wagnis, den
musikalischen Bogen von Johannes Sebastian Bach bis zu Jacob de Haan zu
spannen, war der Winzerkapelle Köndringen beim Kirchenkonzert am
Samstagabend in der evangelischen Kirche wahrlich gelungen. Wie
erwartet präsentierte sich Dirigent Alfredo Mendieta und das
Orchester zur Freude der zahlreichen Besucher in gewohnt perfekter
Weise, was entsprechend mit viel Beifall belohnt wurde.
Mit einer
feierlichen Bach-Kantate begann ein ebenso spannungs- wie niveauvoller
Konzertabend, der die hohe Klangqualität der Winzerkapelle von
Anbeginn belegte. Besonders erfreulich ist eine teilweise Neubesetzung
mit Jungmusikern. Dass man auch immer wieder für Neuerungen offen
ist, zeigte sich beim Auftritt des Holzbläserquintetts (Inga
Krumrey, Sandra Lang, Antje Nelle und Hendrick Sexauer), die mit
"Cique", einem Stück des böhmischen Komponisten Leopld
Kozeluh in einem Arrangement von Pavel Stanek, die Zuhörer in eine
ganz andere Klangwelt entführten.
Bei der viersätzigen
"Renaissance Suite" von Franco Cesarini spiegelte sich der
Nuancenreichtum des Orchesters in wider. Fast unmerklich war damit der
Schritt hin zur zeitgenössischen Musik mit "Choral and Rock-Out"
von Ted Huggens und "Jupiter Hymn" aus der Orchestersuite "The Planets"
von Gustav Holst getan. Doch dann erhob sich Gewaltiges: Wer einmal
"Pilatus Mountain of Dragons" in einer Version der Winzerkapelle
gehört hat, der hat erkannt, wie es ist, wenn ein
Blasmusikorchester seine Fesseln sprengt. Das Orchester spielte unter
dem dynamisch Dirigat von Mendieta seine ganze Klangpracht aus. Bei dem
Stück, das den Kampf auf dem Pilatus mit einem Drachen schildert,
waren alle Musikerinnen und Musiker voll dabei. Die Einsätze waren
präzise, das Fortissimo wie das Pianissimo wurde prächtig
differenziert, dass die Musik wahrhaftige Bilder schuf.
In einer
gleichermaßen genussvollen Art präsentierte die Kapelle "A
Whiter Shade of Pale" mit einem Tenorsaxophonsolo von Soeren Voigt.
Auch bei den beiden letzten Stücken ("The Bells of Notre Dame" und
"Ross Roy") war das Herzblut der Instrumentalisten zu spüren. Es
machte sowohl den Musizierenden wie vor allem auch den Zuhörern
ungemein Spaß, sich auf die wundervolle faszinierende Welt der
Musik mit all ihrer klanglichen Vielfalt einzulassen.
Und genau das war es, was
diesen Konzertabend, der von Inga Krumrey moderiert wurde, so reizvoll
machte. Das Publikum bedankte sich mit lange anhaltendem Beifall und
der damit verbundenen Bitte um einige Zugaben. Der Erlös des
Konzertabends kommt der evangelischen Kirchengemeinde Köndringen
für eine Renovierung des Gemeindehauses zu Gute.
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