



Bilder: Oliver König
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Badische
Zeitung
vom 17.05.2010
Das
Wagnis hat sich gelohnt
Musikalischer Dank für neue Uniformen
Die Winzerkapelle
Köndringen spielte beim Wunschkonzert die Lieblingsstücke
ihres Publikums.
TENINGEN-KÖNDRINGEN (go). Die Stücke abwechslungsreich,
gekonnt interpretiert, nuancenreiche Tempi, im Rhythmus sicher sowie in
den Passagen geschmeidig. Wer so gut spielt und so überzeugend
musikalisch geleitet wird, der verdient viel Applaus und auf jeden Fall
9000 Euro für neue Uniformen. Die Winzerkapelle Köndringen
unter der musikalischen Leitung von Alfredo Mendieta hatte dafür
um Spenden gebeten und spielte nun am vergangenen Samstag als
Gegenleistung die beliebtesten Stücke beim Wunschkonzert.
"Das Auge hört mit", hatte Vorsitzender Werner Schillinger
versprochen und gleich mit dem "Hornfestival" und den beiden Solisten
Yvo Bührer und Meinhard Lang für das wohlige Gefühl
eines wärmenden Kachelofens und dem temporeichen Abbrennen des
Holzes mit dem Schlagzeugregister gesorgt. Sicherlich "sahen" einige
Gäste auch einen Wald mit einer Jagdszene.
Das Publikum ließ sich sofort auf ein glänzend aufspielendes
Orchester und seinen Meister am Pult ein und dieser erste Eindruck
wurde kurz vor Mitternacht mehr als bestätigt. Mit den fünf
Sätzen der "Tom Sawjer Suite" wurden die vier Akteure der
Geschichte beschrieben. So unterschiedlich die Menschen sind, so
unterschieden auch die Sätze von quirlig, pfiffig, fröhlich
über bedächtig getragen mit einem wunderbaren
Querflötensolo von Hella Schnur. Beim vierten Satz "Injun Joe" gab
es gar Indianergesang und die ursprüngliche Macht eines bedrohten
Volkes wurde "sichtbar". Gerade der fünfte Satz verdeutlichte die
Vielseitigkeit und das Können der Kapelle, denn trotz rasantem
Tempo sind die Register präzise und die gesamte Klangfarbe sauber.
So wie auch bei "Fluch der Karibik" oder dem wirklich zackig gespielten
"Florentiner Marsch". Aus jedem Stück das Besondere
heraushören, dies mit dem Orchester umsetzen und seine eigene
Interpretation dabei einfließen lassen − all dies scheint das
Können von Dirigent Alfredo Mendieta auszumachen. Die ganz zart
beginnenden Töne, wie bei den ersten, sprudelnden Klängen der
Donauquelle und das Anwachsen zum mächtigen Fluss, der beim Walzer
"An der schönen blauen Donau" beschrieben wird, fließt in
die Herzen der Zuhörer. "In the Mood" kommt mit dem sahnigen
Schmelz von Eiscreme daher. Wer kann da schon widerstehen? Sören
Voigt und Sabrina Rieth am Saxophon sowie Volker Waizmann an der
Trompete begeistern mit ihren Soli, weil es einfach zum "Wegschmelzen"
schön war. Jedenfalls begab sich das Publikum ganz in die
Hände des überzeugenden Orchesterleiters und eines
glänzend unterhaltenden Ansagers Markus Ziegler.
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