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Ehrenmitglied
wird man bei der Winzerkapelle nur durch besondere Leistungen" ,
betonte Vorsitzender Werner Schillinger, als er beim Konzert zur
Brasilienreise Martin Mössner für dessen 30-jährige
Vorstandstätigkeit zum Ehrenmitglied ernannte. Für 25 Jahre
als aktives Orchestermitglied wurde Katja Fischer (Trompete) mit der
silbernen Ehrennadel und Reinhard Scheerer (Schlagzeug/Percussion)
für 40 Jahre aktives Mitglied im Orchester mit der goldenen
Ehrennadel des Badischen Blasmusikverbandes geehrt.
Als
eine Ikone des Vereines bezeichnete Schillinger Bernhard Bührer,
der 24 Jahre als Rechner tätig war. Ihm überreichte
Vorsitzender Schillinger ein Präsent. Eine vereinsinterne Ehrung
gab es für diejenigen Spieler, die erst mit 30 Jahren ein
Instrument gelernt haben und zehn Jahre dabei sind. Schillinger: "Sie
sind Vorbilder für alle, die Spaß am Musizieren haben, egal
wie alt."
Stehend
ehrten die Orchestermitgliedern ihren Vorsitzenden Werner Schillinger
und seine Ehefrau und dankten für die jahrelange Vorbereitung und
die perfekte Organisation zur Brasilienreise, wie der Stellvertreter
Rolf Bergmann bei der Übergabe eines Präsents betonte.
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Badische
Zeitung vom Montag, 09.
April 2008
Klingende
brasilianische Emotionen
Winzerkapelle
Köndringen zeigt in der Winzerhalle, wie sehr die
Südamerika-Reise ihren musikalischen Horizont erweitert hat
Von Aribert
Rüssel
TENINGEN-KÖNDRINGEN.
Das mit Spannung erwartete Konzert des
Musikvereins Winzerkapelle Köndringen nach ihrer Konzerttour in
Brasilien war ein voller Erfolg. Mit minutenlangem Applaus feierte ein
über alle Maßen begeistertes Publikum in der völlig
besetzten Winzerhalle die Konzerterlebnisse. Insbesondere löste
das Konzert sowohl beim Orchester wie auch beim Publikum starke
Emotionen aus.

Polka
grüßt Samba: Auf die Erwartung des
südamerikanischen Publikums hin hatte man für die
brasilianische Konzertreise ein überwiegend europäisches
Musikrepertoire ausgewählt. Dies erläuterte vor Beginn des
Konzertes bei der Begrüßung Vorsitzender Werner Schillinger.
Dieses Konzert sollte nicht nur eine Erinnerung an die
Konzerterlebnisse vermitteln, sonder auch ein musikalischer Dank an die
von allen empfundene Gastfreundschaft sein. Da die Erwartungen des
hiesigen Publikums nach solch einer Reise eine andere ist, hatte man
das Programm etwas umgestaltet und mit entsprechender
südamerikanischer
Literatur
versehen.
Gekonnt und mit
viel Charme führten Sabrina Rieth und Markus
Ziegler, wie auch bei der Konzertreise, zweisprachig durchs Programm.
Visuelle Unterstützung bot dem Publikum eine Videowand. Zur
Eröffnung spielte das Ensemble "Mann im Eis" von Otto M. Schwarz.
Dieses Stück, eine musikalisch-szenarische Umsetzung der
Entdeckung von Ötzi, fand in Brasilien großen Zuspruch und
wurde dort acht mal mit großen Erfolg aufgeführt.
Mühelos gelang es dem Orchester unter der Leitung von Dirigent
Alfredo Mendieta, das reiche Klangbild umzusetzen. Einfach Klasse, mit
welcher Leichtigkeit und Motivation die Orchestermitglieder dieses Werk
interpretierten. Die Freude am Musizieren begeisterte das Publikum,
lobenswert das Klarinettensolo von Markus Ziegler.
Von besonderem
Reiz erwies sich anschließend, beginnend mit einem
Querflötensolo von Hella Schnurr, ein Samba- Feuerwerk. Bei "Samba
and Song from Orpheus" schienen sich die Erinnerungen an die
Brasilientour in der Winzerhalle voller Rhythmus zu entfalten. Eine
detailgenaue Dschungelgeräuschkulisse bot sich bei "Jungle" von
Thomas Doss. Die Reise in den brasilianischen Dschungel mit all seinen
geheimnisvollen Geräuschen, die schier unerschöpfliche
Klangfarbenpracht wirkte in keiner Weise gekünstelt. Perfekt
inszeniert bot die Winzerkapelle paradiesische Naturklänge, das
Publikum war begeistert und lauschte gebannt. Die Eindrücke aus
Brasilien kamen ebenso ausdrucksstark im "Las playas de Rio" von Kees
Vlak zur Geltung, ein Hautnaherlebnis mit herrlichen Bossa
Nova-Rhythmen und Soloeinlagen.
Lateinamerika pur
vermittelte auch "The Girl from Ipanema" . Dieses von
Antonio Carlos Jobim stammende Stück gehört zu den
meistgespielten Liedern auf der Welt. Es ist der In begriff für
das wahre Rio de Janeiro und seine Bewohner. Will man die Menschen in
Brasilien für sich gewinnen, so die Programmerläuterung,
spielt und singt man dieses Stück. So war es auch in Brasilien,
hier wie dort übernahm eine brasilianische Sängerin den
Solopart. Esther Oliveira Pinheiro Auftritt war an Klangpracht kaum
mehr zu überbieten. Mit Einfühlsamkeit und starker
Ausdrucksintensität, instrumental geschickt geführt von
Dirigent Mendieta und gesanglich bewegend dargeboten, verfehlte dieses
Stück in keiner Phase seine großartige Wirkung.
Kein Stück
ist in nur einer Kultur verankert, Musik geht um die
Welt. Das bestätigte auch das Interesse der Brasilianer an der
europäischen Musikkultur, vor allem wenn es sich um die Nachkommen
von Auswanderern handelt. Mit welcher Freude und Begeisterung Europa
aufgenommen wird, erfuhr die Winzerkapelle Köndringen auf ihrer
Brasilientour.
Diese Zustimmung
zeigte sich auch bei einem spontanen Gastauftritt des
zufällig anwesenden brasilianischen Dirigenten Marcus Aldecida und
des Präsidenten Carlos Magno da Silva des Musikvereines aus Novo
Friburgo, die zur Zeit als Gast beim Dirigenten des Ortenau-Orchesters
Walter-Michael Vollhardt weilen. Nicht nur, dass sie die folgenden
Stücke "Scherzpolka" , "Rosamunde" und "Vom Böhmerwald bis
zum Egerland" mit Freude und Begeisterung verfolgten, nein, sie
ließen sich sogar dazu überreden, in der Winzerhalle das
Dirigat zu übernehmen.
Der "Florentiner
Marsch" , ebenfalls eine Spontaneinlage, wurde von
Vollhardt dirigiert und erwies sich als zusätzlicher
Höhepunkt des Abends. Wiegend und hüpfend, strammstehend und
nach vorne schnellend — quirliger und beweglicher kann kaum dirigiert
werden. Ein riesiger Spaß, dem Offenburger zuzusehen. Nicht nur
die Zuhörer, auch die Musiker strahlten um die Wette. Das
völlig mitgerissene Publikum beklatschte dieses zusätzliche
spritzige Musikerlebnis begeistert: Ein Abend voller Emotionen und
grenzüberschreitenden Momenten.
Probewochenende
am 18.Mai
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