Konzerterlebnis zur Brasilienreise
am Samstag, 7. Juni in der Winzerhalle Köndringen
PROGRAMM
MUSIKER







Ehrenmitglied wird man bei der Winzerkapelle nur durch besondere Leistungen" , betonte Vorsitzender Werner Schillinger, als er beim Konzert zur Brasilienreise Martin Mössner für dessen 30-jährige Vorstandstätigkeit zum Ehrenmitglied ernannte. Für 25 Jahre als aktives Orchestermitglied wurde Katja Fischer (Trompete) mit der silbernen Ehrennadel und Reinhard Scheerer (Schlagzeug/Percussion) für 40 Jahre aktives Mitglied im Orchester mit der goldenen Ehrennadel des Badischen Blasmusikverbandes geehrt.

Als eine Ikone des Vereines bezeichnete Schillinger Bernhard Bührer, der 24 Jahre als Rechner tätig war. Ihm überreichte Vorsitzender Schillinger ein Präsent. Eine vereinsinterne Ehrung gab es für diejenigen Spieler, die erst mit 30 Jahren ein Instrument gelernt haben und zehn Jahre dabei sind. Schillinger: "Sie sind Vorbilder für alle, die Spaß am Musizieren haben, egal wie alt."

Stehend ehrten die Orchestermitgliedern ihren Vorsitzenden Werner Schillinger und seine Ehefrau und dankten für die jahrelange Vorbereitung und die perfekte Organisation zur Brasilienreise, wie der Stellvertreter Rolf Bergmann bei der Übergabe eines Präsents betonte.
Badische Zeitung vom Montag, 09. April 2008

Klingende brasilianische Emotionen
Winzerkapelle Köndringen zeigt in der Winzerhalle, wie sehr die Südamerika-Reise ihren musikalischen Horizont erweitert hat

Von Aribert Rüssel

TENINGEN-KÖNDRINGEN. Das mit Spannung erwartete Konzert des Musikvereins Winzerkapelle Köndringen nach ihrer Konzerttour in Brasilien war ein voller Erfolg. Mit minutenlangem Applaus feierte ein über alle Maßen begeistertes Publikum in der völlig besetzten Winzerhalle die Konzerterlebnisse. Insbesondere löste das Konzert sowohl beim Orchester wie auch beim Publikum starke Emotionen aus.

Polka grüßt Samba: Auf die Erwartung des südamerikanischen Publikums hin hatte man für die brasilianische Konzertreise ein überwiegend europäisches Musikrepertoire ausgewählt. Dies erläuterte vor Beginn des Konzertes bei der Begrüßung Vorsitzender Werner Schillinger. Dieses Konzert sollte nicht nur eine Erinnerung an die Konzerterlebnisse vermitteln, sonder auch ein musikalischer Dank an die von allen empfundene Gastfreundschaft sein. Da die Erwartungen des hiesigen Publikums nach solch einer Reise eine andere ist, hatte man das Programm etwas umgestaltet und mit entsprechender südamerikanischer
Literatur versehen.

Gekonnt und mit viel Charme führten Sabrina Rieth und Markus Ziegler, wie auch bei der Konzertreise, zweisprachig durchs Programm. Visuelle Unterstützung bot dem Publikum eine Videowand. Zur Eröffnung spielte das Ensemble "Mann im Eis" von Otto M. Schwarz. Dieses Stück, eine musikalisch-szenarische Umsetzung der Entdeckung von Ötzi, fand in Brasilien großen Zuspruch und wurde dort acht mal mit großen Erfolg aufgeführt. Mühelos gelang es dem Orchester unter der Leitung von Dirigent Alfredo Mendieta, das reiche Klangbild umzusetzen. Einfach Klasse, mit welcher Leichtigkeit und Motivation die Orchestermitglieder dieses Werk interpretierten. Die Freude am Musizieren begeisterte das Publikum, lobenswert das Klarinettensolo von Markus Ziegler.

Von besonderem Reiz erwies sich anschließend, beginnend mit einem Querflötensolo von Hella Schnurr, ein Samba- Feuerwerk. Bei "Samba and Song from Orpheus" schienen sich die Erinnerungen an die Brasilientour in der Winzerhalle voller Rhythmus zu entfalten. Eine detailgenaue Dschungelgeräuschkulisse bot sich bei "Jungle" von Thomas Doss. Die Reise in den brasilianischen Dschungel mit all seinen geheimnisvollen Geräuschen, die schier unerschöpfliche Klangfarbenpracht wirkte in keiner Weise gekünstelt. Perfekt inszeniert bot die Winzerkapelle paradiesische Naturklänge, das Publikum war begeistert und lauschte gebannt. Die Eindrücke aus Brasilien kamen ebenso ausdrucksstark im "Las playas de Rio" von Kees Vlak zur Geltung, ein Hautnaherlebnis mit herrlichen Bossa Nova-Rhythmen und Soloeinlagen.

Lateinamerika pur vermittelte auch "The Girl from Ipanema" . Dieses von Antonio Carlos Jobim stammende Stück gehört zu den meistgespielten Liedern auf der Welt. Es ist der In begriff für das wahre Rio de Janeiro und seine Bewohner. Will man die Menschen in Brasilien für sich gewinnen, so die Programmerläuterung, spielt und singt man dieses Stück. So war es auch in Brasilien, hier wie dort übernahm eine brasilianische Sängerin den Solopart. Esther Oliveira Pinheiro Auftritt war an Klangpracht kaum mehr zu überbieten. Mit Einfühlsamkeit und starker Ausdrucksintensität, instrumental geschickt geführt von Dirigent Mendieta und gesanglich bewegend dargeboten, verfehlte dieses Stück in keiner Phase seine großartige Wirkung.

Kein Stück ist in nur einer Kultur verankert, Musik geht um die Welt. Das bestätigte auch das Interesse der Brasilianer an der europäischen Musikkultur, vor allem wenn es sich um die Nachkommen von Auswanderern handelt. Mit welcher Freude und Begeisterung Europa aufgenommen wird, erfuhr die Winzerkapelle Köndringen auf ihrer Brasilientour.

Diese Zustimmung zeigte sich auch bei einem spontanen Gastauftritt des zufällig anwesenden brasilianischen Dirigenten Marcus Aldecida und des Präsidenten Carlos Magno da Silva des Musikvereines aus Novo Friburgo, die zur Zeit als Gast beim Dirigenten des Ortenau-Orchesters Walter-Michael Vollhardt weilen. Nicht nur, dass sie die folgenden Stücke "Scherzpolka" , "Rosamunde" und "Vom Böhmerwald bis zum Egerland" mit Freude und Begeisterung verfolgten, nein, sie ließen sich sogar dazu überreden, in der Winzerhalle das Dirigat zu übernehmen.

Der "Florentiner Marsch" , ebenfalls eine Spontaneinlage, wurde von Vollhardt dirigiert und erwies sich als zusätzlicher Höhepunkt des Abends. Wiegend und hüpfend, strammstehend und nach vorne schnellend — quirliger und beweglicher kann kaum dirigiert werden. Ein riesiger Spaß, dem Offenburger zuzusehen. Nicht nur die Zuhörer, auch die Musiker strahlten um die Wette. Das völlig mitgerissene Publikum beklatschte dieses zusätzliche spritzige Musikerlebnis begeistert: Ein Abend voller Emotionen und grenzüberschreitenden Momenten.



Probewochenende am 18.Mai  


Programm:                                             MUSIK & BRASILIEN                                 07. Juni 2008
Mann im Eis       Otto M. Schwarz
(Man in the Ice) 
Am 19.09.1991 wurde in den Österreicher Alpen eine mumifzierte Leiche eines Mannes gefunden. Der Gletscher hatte nach 5300 Jahren einen frühzeitlichen Menschen freigegeben mit all seinem Hab und Gut. Es war eine Sensation. Otto M. Schwarz will mit seinem Stück „Mann im Eis“ diesen in die Geschichte eingehenden „Ötzi“ wieder musikalisch auferstehen lassen. Dies war das Eröffnungsstück unserer Konzerte in Brasilien als Beispiel für die aktuelle europäische Blasmusikliteratur.

Song and Samba        Luiz Bonfa
from Orpheus       
Wunderschönes Stück mit Melodien, die wir aus Europa mit Brasilien verbinden. Kurz Brasilien pur.

Jungle          Thomas Doss
(Dschungel)           
Brasilien besitzt eines der größten Dschungelgebiete der Erde. Der Dschungel wird mit Abenteuer verbunden, abwechslungsreich und gefährlich. Gefährlich ist dieses Stück höchstens für die Musiker, aber sehr anwech- slungsreich für die Zuhörer. Im Dschungel gibt es allerlei Ungeziefer, wilde Affen, exotische Vögel bis zu Kannibalen. Aber auch friedliche Eingeborenenstämme, die zum Tanzen und Spielen einladen. Alles dies macht die „grüne Hölle“ auch musikalisch zu einem Abenteuer.

 
Las playas de Rio            Kees Vlak   
Rio de Janeiro besitzt viele Strände und sie sind wie sonst nirgends auf der Welt Mittelpunkt des dortigen Lebens. Durch die Vermischung etlicher Rassen in Brasilien wurden auch viele Komponisten von dieser Vielfalt inspiriert. Kee Vlak verarbeitete diese Musik in drei Sätzen, benannt nach den berühmtesten Stränden von Rio. In Tracadero  beginnt langsam das Strandleben. Man schnipst mit den Fingern, schlägt auf eine Trommel, ein Bassinstrument kommt  dazu, ein Straßencafé wird eröffnet, das Sax klingt nach draußen. Ipanema ist im Bossanova-Rhythmus geschrieben mit einigen typischen brasianischen Akkorden, die auch Jobim (siehe The Girl von Ipanema) berühmt machten. Die Hauptmelodie ist  schwermütig wie ein verlassener Strand oder eine verlassene Geliebte. Copacabana
 spielt nachts. Der Karneval ist im vollen Gang. Man tanzt Samba bis zum Umfallen. Draußen ist Feuerwerk, drinnen spielen die Bands, überall herrscht Ausgelassenheit.


The Girl from Ipanema       A.C.Jobim
(Garota de Ipanema)

Dieses von Antonio Carlos Jobim, einem der großen brasilianischen Interpreten (verstorben 1994),  stammende Stück gehört zu den meistgespielten Liedern der Welt. Es ist der Inbegriff für das wahre Rio de Janeiro und seine Bewohner. Es lädt in seiner einschmeichelnden Art gerade zu ein zum Träumen „über Rio“ und fehlt eigentlich bei keiner Reportage über diese Stadt. Will man die Menschen in Brasilien  für sich gewinnen, dann spielt und singt man dieses Stück. So auch von uns in Brasilien geschehen und wie dort wird auch hier an diesem Konzert eine Brasilianerin den gesanglichen Teil übernehmen.



Scherzpolka
      Thomas Doss
Eine interessant geschriebene Polka mit einigen scherzhaften Einwürfen. Zusammenhang mit Brasilien siehe „Böhmerwald“.


Rosamunde
     Arr. G. Weinkopf
Was verbindet musikalisch Brasilien bzw. fast das gesamte Südamerika mit Deutschland? Antwort: Die Melodie von Rosamunde!
Es gibt dort kaum jemanden – von Jung bis Alt -  der diese Melodie nicht kennt. Obwohl der dazugehörige Text in Südamerika anders lautet, ist es wiederum ein Stück, mit dem man die Herzen der dortigen Menschen gewinnt.



Vom Böhmerwald bis Egerland

                                                        Klostermann

Bekanntes Stück aus der Kategorie Volksmusik.
Bringt man auf den ersten Blick nicht mit Brasilien in Verbindung. Aber wer schon einmal im südlichsten Bundesstaat von Brasilien – Rio Grande do Sul – war, kennt die Zusammenhänge. Auf Grund der dort vor 150
Jahren in Großer Anzahl eingewanderten Deutschen wird auch heute noch in vielen Orten die deutsche Kultur und die deutschsprachige Volksmusik sehr hoch gehalten. Man kann es sich dort als deutsche Kapelle kaum leisten, ein Konzert ohne einige Stücke aus dieser Kategorie zu spielen.



Es spielen für Sie:
Piccolo / Flöte
 
  Levinia Bühler
  Janna Kaiser
  Hella Schnurr
  Andreas Schumann

Oboe
  Anna-Maria Sartor

Fagott

  Holger Weis


Klarinette

  Kathrin Bührer
  Nicole Engler
  Elke Markstahler
  Paul Schindler
  Selina Waizmann
  Elke Waizmann
  Bruno Waizmann

 
 
  Brigitte Weis
  Markus Ziegler



Saxophon

  Caterina Chiovetta
  Stefanie Müller
  Sabrina Rieth
  Sandra Rieth
  Swantje Sexauer
  Soeren Voigt
  Beate Winski
 
Trompete
  Yvonne Baumert
  Katja Fischer
  Simon Fischer
  Rainer Grafmüller
  Pascal Ruf
  Klaus Steurer
  Volker Waizmann
  Rainer Grafmüller
  Pascal Ruf
  Volker Waizmann
  Luana Weber


Flügelhorn
  Fritz Lehmann
  Werner Schillinger

Horn

  Yvo Bührer
  Manfred Fischer
  Christian Larisch
  Bianca Schillinger
  Sandra Zimmermann

Tenorhorn / Baryton

  Martin Bürklin
  Rudolf Grafmüller
  Matthias Schoner
Posaune
  Rolf Bergmann
  Sascha Bergmann
  Julian Voigt
  Marius Weis

Tuba
  Bernhard Bührer
  Adrian Engler
  Fritz Schillinger

Kontrabass / E-Bass

  Bernhard Rawer

Schlagz. / Percussion

  Lars Bergmann
  Silvia Bergmann
  Julian Bürklin
  Martin Leuchtner
  Reinhard Scheerer
  Philipp Waizmann


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