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Badische Zeitung vom
Dienstag, 29. Juli 2008
Wenn Musik nach Sommer
riecht
Stimmungsvoller
Hohlandhock der Winzerkapelle Köndringen / Nur die legendären
Zugaben fielen dem Regen zu Opfer
Von Aribert Rüssel
TENINGEN-KÖNDRINGEN.
Was ist, wenn sich Bürger in Köndringen zum Takt wiegen und
fröhlich
mitklatschen - und das nicht in der Winzerhalle, sondern unter freiem
Himmel? Ganz klar: Die Winzerkapelle Köndringen gibt ihr
Sommerkonzert den "Hohlandhock". In diesem Jahr schon zum 32. Mal, so
Vorsitzender
Werner Schillinger. Die Musiker zeigten nicht nur ihr Können am
Instrument, sondern unterstrichen einige Musikstücke auch
gesanglich,
gepaart mit der heimeligen Dorfatmosphäre und effektiver
Beleuchtung.
Dirigent
Alfredo Mendieta hatte das Programm zusammengestellt. Traditionelle
Stücke in Anlehnung an die vorausgegangene Brasilienreise. Es war
eine
gute Mischung. Sie zeigte ihre Wirkung und wurde mit anhaltendem
Beifall belohnt. Leider hatte der Wettergott kurz vor Konzertende kein
Einsehen und schob eine Regenwolke über die Konzertbesucher, so
dass
auf die schon legendären Zugaben verzichtet werden musste.
Vorausgegangen
war ein kurzweiliges Programm, eingeleitet vom Jugendorchester unter
der Leitung von Andreas Schuhmann. Die Winzerkapelle leidet nicht unter
Nachwuchssorgen, trotzdem zeigte die Ferienzeit ihre Wirkung: die
Jugendlichen mussten in etwas dezimierter Zahl auftreten. Locker
zeigten die jungen Musiker jedoch, dass sie längst zu einem festen
Bestandteil geworden sind, da machte es auch nichts wenn beim "Gorilla
Marsch" kein Schlagzeug zur Untermalung dabei war.
Zu dem was
folgte, überzeugte nicht nur das musikalisches Talent, sondern
auch
Erfahrung und Einstellung der Orchestermitglieder. Dies ließ,
kombiniert mit jeder Menge guter Laune, und einer guten Ton- und
Lichtanlage den Abend zu einem erfrischenden sommerlichen Live-Erlebnis
werden. Die Moderation übernahm Rolf Bergmann, der mit viel
Wortwitz
und Originalität durch das Programm führte und passende
Anekdoten zum
Besten gab.
"Man in the Ice" wurde zum
Konzertauftakt gespielt,
danach folgte die "Scherzpolka" und "Moment for Morricone" ,
Italo-Western-Hits von Enrico Morricone wie "Spiel mir das Lied vom
Tod" . Die bekannten Melodien wurden mit solch einer
Souveränität
gespielt, dass die entsprechenden Filmszenen vor dem inneren Auge der
Zuhörer vorbei zogen. Bevor mit dem "Schneewalzer" eine
Schunkelrunde
eingeläutet wurde, überzeugten die Musiker noch einmal
mit"Las Playas
de Rio" . Dabei galt es, Konzentration zu bewahren, um den vielseitigen
Taktwechseln den nötigen Charakter zu verleihen.
Der berühmte
Funke sprang spätestens nach der Pause über. Klassiker wie
"Berliner
Luft" , "My Way" und der "Flieger Marsch" standen auf dem Programm.
"Vom Böhmerwald bis Egerland" , "Aus Böhmen kommt die Musik"
und bei
"Gentlemen of Music" bekamen die Stücke von Silvia Bergmann eine
zusätzliche gesangliche Note. Riesigen Spaß und allgemeines
Schmunzeln
gab es zusätzlich, wenn sich die Sängerin aus dem Publikum
Verstärkung
holte oder Ruben John aus Brasilien die Kapelle bei der
"Egerländer
Blasmusik" dirigierte. Ina
und Ruben John haben mit ihrem Besuch bei
der Winzerkapelle die Freundschaft vertieft. Sie waren ein
Gastgeberehepaar während der Brasilienreise im Frühjahr.
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