Hohlandhock 2008
am Samstag, den 26. Juli "rund um'd Gneinswoog"
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Badische Zeitung vom Dienstag, 29. Juli 2008

Wenn Musik nach Sommer riecht 

Stimmungsvoller Hohlandhock der Winzerkapelle Köndringen / Nur die legendären Zugaben fielen dem Regen zu Opfer

Von Aribert Rüssel

TENINGEN-KÖNDRINGEN. Was ist, wenn sich Bürger in Köndringen zum Takt wiegen und fröhlich mitklatschen - und das nicht in der Winzerhalle, sondern unter freiem Himmel? Ganz klar: Die Winzerkapelle Köndringen gibt ihr Sommerkonzert den "Hohlandhock". In diesem Jahr schon zum 32. Mal, so Vorsitzender Werner Schillinger. Die Musiker zeigten nicht nur ihr Können am Instrument, sondern unterstrichen einige Musikstücke auch gesanglich, gepaart mit der heimeligen Dorfatmosphäre und effektiver Beleuchtung.

Dirigent Alfredo Mendieta hatte das Programm zusammengestellt. Traditionelle Stücke in Anlehnung an die vorausgegangene Brasilienreise. Es war eine gute Mischung. Sie zeigte ihre Wirkung und wurde mit anhaltendem Beifall belohnt. Leider hatte der Wettergott kurz vor Konzertende kein Einsehen und schob eine Regenwolke über die Konzertbesucher, so dass auf die schon legendären Zugaben verzichtet werden musste.

Vorausgegangen war ein kurzweiliges Programm, eingeleitet vom Jugendorchester unter der Leitung von Andreas Schuhmann. Die Winzerkapelle leidet nicht unter Nachwuchssorgen, trotzdem zeigte die Ferienzeit ihre Wirkung: die Jugendlichen mussten in etwas dezimierter Zahl auftreten. Locker zeigten die jungen Musiker jedoch, dass sie längst zu einem festen Bestandteil geworden sind, da machte es auch nichts wenn beim "Gorilla Marsch" kein Schlagzeug zur Untermalung dabei war.

Zu dem was folgte, überzeugte nicht nur das musikalisches Talent, sondern auch Erfahrung und Einstellung der Orchestermitglieder. Dies ließ, kombiniert mit jeder Menge guter Laune, und einer guten Ton- und Lichtanlage den Abend zu einem erfrischenden sommerlichen Live-Erlebnis werden. Die Moderation übernahm Rolf Bergmann, der mit viel Wortwitz und Originalität durch das Programm führte und passende Anekdoten zum Besten gab.

"Man in the Ice" wurde zum Konzertauftakt gespielt, danach folgte die "Scherzpolka" und "Moment for Morricone" , Italo-Western-Hits von Enrico Morricone wie "Spiel mir das Lied vom Tod" . Die bekannten Melodien wurden mit solch einer Souveränität gespielt, dass die entsprechenden Filmszenen vor dem inneren Auge der Zuhörer vorbei zogen. Bevor mit dem "Schneewalzer" eine Schunkelrunde eingeläutet wurde, überzeugten die Musiker noch einmal mit"Las Playas de Rio" . Dabei galt es, Konzentration zu bewahren, um den vielseitigen Taktwechseln den nötigen Charakter zu verleihen.

Der berühmte Funke sprang spätestens nach der Pause über. Klassiker wie "Berliner Luft" , "My Way" und der "Flieger Marsch" standen auf dem Programm. "Vom Böhmerwald bis Egerland" , "Aus Böhmen kommt die Musik" und bei "Gentlemen of Music" bekamen die Stücke von Silvia Bergmann eine zusätzliche gesangliche Note. Riesigen Spaß und allgemeines Schmunzeln gab es zusätzlich, wenn sich die Sängerin aus dem Publikum Verstärkung holte oder Ruben John aus Brasilien die Kapelle bei der "Egerländer Blasmusik" dirigierte. Ina und Ruben John haben mit ihrem Besuch bei der Winzerkapelle die Freundschaft vertieft. Sie waren ein Gastgeberehepaar während der Brasilienreise im Frühjahr.


Musikverein Winzerkapelle Köndringen e.V.  -  IMPRESSUM