"Soirée
Musicale" kombiniert ein Viergang- Menü mit Musik
Karlernst Lauffer
TENINGEN-KÖNDRINGEN.
Mit Sicherheit geht dieses Konzert als historisches Ereignis in die
Geschichtsbücher der Winzer- kapelle Köndringen ein, wagte
man doch einen fast revolutionären Abend der Blasmusik, der dann
nicht nur ganz anders sondern auch perfekt gelungen war. Vom Prinzip her war ein
Viergang-Menü mit Auftritten der Kapelle kombiniert. Viele witzige
Kleinigkeiten und gute Ideen sorgten für permanente Zustimmung der
voll besetzten Winzerhalle. An diesen Einlagen hatte Markus Ziegler
großen Anteil, der nicht nur durch das Programm führte,
sondern auch zwei Anlass bezogene Sketche zuschaltete, wobei auch hier
die moderne Ton- und Lichtbildtechnik tadellos funktionierte.
Schwer vorstellbar
wäre die Veranstaltungsstimmung ohne den Mann am Klavier, Martin
Leuchtner, gewesen, der eine gekonnte abwechslungsreiche
Unterhaltungsmusik in der Zeit zwischen den verschiedenen Auftritten
mit Melodien aus dem gesamten 20. Jahrhundert darbot.
Die Jugendkapelle hatte
an diesem Abend einige unmusikalische, aber umso wichtigere Auftritte,
servierte sie doch sowohl die Vorspeise und die Suppe und trug auch –
fast ist man versucht zu sagen, routiniert wieder ab. Sie standen dann
aber auch am heißen Buffet und sorgten für den reibungslosen
Ablauf genauso wie beim späteren Dessertbuffet.Zu diesem Rahmenprogramm kam in der
festlich geschmückten Winzerhalle noch ein abwechslungsreiches
musikalisches Angebot. Da waren zuerst die acht Klarinetten unter der
Führung von Markus Ziegler. Die Auswahl der Stücke von Sidney
Bechets "Petite Fleur" über einen Hippie-Swing und einen
ungarischen Tanz bis hin zum "Pink Panter" schuf die Gelegenheit, das
gesamte Können dieses Oktetts zu beweisen.
Humor und Können
kombinierte dann die Percussions-Gruppe Julian Bürklin und Philipp
Waizmann, die zuerst am Küchentisch dokumentierten, wie
Schlagzeugspielen auch an Kaffeetasse und am Salzstreuer praktiziert
werden kann. Sie zeigten dann aber am ausgewachsenen Schlagzeug und am
Marimbaphon, dass sie für höhere Weihen bestimmt sind.
Dann hatte Dirigent
Alfredo Mendieta aus seinem "Orchestra Culinaria" eine Big Band
herausgezogen, die mit der Moonlight Serenade genauso zu
überzeugen wusste wie mit dem Evergreen "New York New York" und
mit den südamerikanischen Rhythmen des "Mas Que Nad".
Südamerikanisch ging
es auch in einem anderen Höhepunkt des Abends zu, bewies doch die
Chilenin Susane Schnell, dass sie nicht nur in diesen Melodien wie
"Bésame Mucho" und "Don’t cry for me Argentina" zu Hause ist,
sondern durch ihre Persönlichkeit und Vortragskunst das Publikum
gewinnt.
Um 18.30 Uhr hatte die
Veranstaltung begonnen mit einem Sektempfang. Aber um 23 Uhr war das
Publikum noch immer fröhlich auf der Beifallstour, dann als das
gesamte Orchester mit ihrem Dirigenten Alfredo Mendieta einen, dem
großartigen Abend entsprechenden Abschluss inszenierte.
Bildergalerie: Mit einem Blick hinter
die Kulissen und in die Vorbereitungen