Soirée Musicale
am Samstag, den 20. November, 19:00 Uhr Winzerhalle Köndringen 










Badische Zeitung v. 22.11.2010

Winzerkapelle mal kulinarisch

"Soirée Musicale" kombiniert ein Viergang- Menü mit Musik

Karlernst Lauffer


TENINGEN-KÖNDRINGEN.
Mit Sicherheit geht dieses Konzert als historisches Ereignis in die Geschichtsbücher der Winzer- kapelle Köndringen ein, wagte man doch einen fast revolutionären Abend der Blasmusik, der dann nicht nur ganz anders sondern auch perfekt gelungen war.

Vom Prinzip her war ein Viergang-Menü mit Auftritten der Kapelle kombiniert. Viele witzige Kleinigkeiten und gute Ideen sorgten für permanente Zustimmung der voll besetzten Winzerhalle. An diesen Einlagen hatte Markus Ziegler großen Anteil, der nicht nur durch das Programm führte, sondern auch zwei Anlass bezogene Sketche zuschaltete, wobei auch hier die moderne Ton- und Lichtbildtechnik tadellos funktionierte.

Schwer vorstellbar wäre die Veranstaltungsstimmung ohne den Mann am Klavier, Martin Leuchtner, gewesen, der eine gekonnte abwechslungsreiche Unterhaltungsmusik in der Zeit zwischen den verschiedenen Auftritten mit Melodien aus dem gesamten 20. Jahrhundert darbot.

Die Jugendkapelle hatte an diesem Abend einige unmusikalische, aber umso wichtigere Auftritte, servierte sie doch sowohl die Vorspeise und die Suppe und trug auch – fast ist man versucht zu sagen, routiniert wieder ab. Sie standen dann aber auch am heißen Buffet und sorgten für den reibungslosen Ablauf genauso wie beim späteren Dessertbuffet.Zu diesem Rahmenprogramm kam in der festlich geschmückten Winzerhalle noch ein abwechslungsreiches musikalisches Angebot. Da waren zuerst die acht Klarinetten unter der Führung von Markus Ziegler. Die Auswahl der Stücke von Sidney Bechets "Petite Fleur" über einen Hippie-Swing und einen ungarischen Tanz bis hin zum "Pink Panter" schuf die Gelegenheit, das gesamte Können dieses Oktetts zu beweisen.

Humor und Können kombinierte dann die Percussions-Gruppe Julian Bürklin und Philipp Waizmann, die zuerst am Küchentisch dokumentierten, wie Schlagzeugspielen auch an Kaffeetasse und am Salzstreuer praktiziert werden kann. Sie zeigten dann aber am ausgewachsenen Schlagzeug und am Marimbaphon, dass sie für höhere Weihen bestimmt sind.

Dann hatte Dirigent Alfredo Mendieta aus seinem "Orchestra Culinaria" eine Big Band herausgezogen, die mit der Moonlight Serenade genauso zu überzeugen wusste wie mit dem Evergreen "New York New York" und mit den südamerikanischen Rhythmen des "Mas Que Nad".

Südamerikanisch ging es auch in einem anderen Höhepunkt des Abends zu, bewies doch die Chilenin Susane Schnell, dass sie nicht nur in diesen Melodien wie "Bésame Mucho" und "Don’t cry for me Argentina" zu Hause ist, sondern durch ihre Persönlichkeit und Vortragskunst das Publikum gewinnt.

Um 18.30 Uhr hatte die Veranstaltung begonnen mit einem Sektempfang. Aber um 23 Uhr war das Publikum noch immer fröhlich auf der Beifallstour, dann als das gesamte Orchester mit ihrem Dirigenten Alfredo Mendieta einen, dem großartigen Abend entsprechenden Abschluss inszenierte.

Bildergalerie:
Mit einem Blick hinter
die Kulissen und in die Vorbereitungen
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