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Emmendinge Tor vom 06.02.2008
Die Männerbastion
steht – „Uli und Gaugi“ werden vermisst!
800 Männer
feierten ausgelassen beim 118. Bockfrühschoppen in der
Boehle-Halle – Frauen, Däninger, Stadtrat – alle bekamen ihr Fett
ab.
Bericht von Thomas Gaess.
Emmendingen. Als Männerbastion am Rosenmontag ist der
EFG-Bockfrühschoppen längst eine Legende. Auch bei der 118.
Veranstaltung trafen sich dort gestandene Mannsbilder aus der ganzen
Region und feierten vergnügt in der voll besetzten
Fritz-Boehle-Halle bei Bockbier, Bütten und Ballett. „Wir lassen
uns nicht foppen...“: Das Bockbier floss in Strömen.
Und damit der dunkle Gerstensaft an den Tischen nicht ausging, hatten
Bewirtungschef Jürgen Lender (seit 31 Jahren) und sein Team alle
Hände voll zutun.Zuden geliebten Ritualen der Männersitzung
zählt zweifellos die „Vereidigung der Bierbienen“. Unter
lautstarkem Gejohle wurde die „weibliche Bockbier- und Schleif GmbH“
getreu dem Motto „Einmal im Jahr schlagen wir zurück“ auf den
„Bierbring-Dienst“ eingeschworen. Klar, dass dabei chauvinistische
Sprüche nicht ganz ausblieben. „Uli und Gaugi, kommt zurück“:
Fasnachts-Urgestein Peter van der Kleij spannte den Bogen seines
buntenNarrenspiegels (erstmals wieder nach 20 Jahren) vom viel
beschworenen Konjunkturaufschwung über die ereignisreiche
Bundespolitik bis in die kommunale Ebene. Beim politischen Rundumschlag
kam auch Stoibers unrühmlicher Abgang nicht zu kurz („Die
Fürther Latex-Gabriele verletzte seine zarte Seele!“). Man-
gelware sind dagegen närrische Schlagzeilen in Emmendingen, seit
Uli Niemann und Hans Peter Gaugenrieder nicht mehr „regieren“. „Heut
ist alles so harmonisch, wir gehen daran kaputt“, ärgerte sich van
der Kleij. Deshalb lautet die Parole: „Uli und Gaugi, kommt wieder
zurück!“ „Alles ist ruhig“: „Nachrichtensprecher“ Jürgen
Schwald machte mit den Neuigkeiten aus der Großen Kreisstadt
vertraut. So erfuhr man auch, dass der VHS-Italienischkurs
von „EU“-Stadtrat Oscar Guidone gestrichen wird oder
dass Ex-Ortsvorsteher Albert Bohrmann (Kollmarsreute)
aus wirtschaftlichen Gründen eine neue
Rinderrasse züchtet. Der „städtische Hilfs- und
Verwaltungsangestellte“ (Horst G. Bürklin) hatte da ganz
andere Probleme. „Ich weiß nicht, was der OB
mit den Stadträten gemacht hat. Alles ist ruhig und
verläuft glatt“, stellte er verwundert fest.
Auch Hessens Landeschef Roland Koch („Er war einmal die
Hoffnung der CDU!“), „Landesvater“ Günther
Oettinger („Er schwätzt so viel wie eine Frau!“) und die
Stadträte bekamen ordentlich ihr Fettweg. „Her doch uff“:
„EFG-Fasnets Bott“ Gerhard Bürklin und „Macho“ Peter van der Kleij
rutschten im zweiten Programmteil wie gewohnt unter die berühmte
Gürtellinie. Bei markigen Sprüchen und derben Zoten blieben
die begeisterten Zugaberufe des Publikums nicht aus. Der Fasnets-Bott
machte mit süffisanten Neuigkeiten aus Krankenhaus-,
Behörden-, Kultur- und Dorfleben bekannt,„ Macho“ van der Kleij
begeisterte in unnachahmlicher Proll-Manier. Klar, dass neben der
Frauenwelt auch die „Däninger“ gleich mehrfach durch den
närrischen Kakao gezogen wurden. Stimmungsrhythmen und
Mädchenbeine: Getreu dem Veranstaltungsmotto kamen natürlich
auch die „schönen Mädchenbeine“ nicht zu kurz. Die blutjunge
und stark dezimierte EFG-Garde (Grund: Prüfungsstress in den
Schulen) erfreute die Männer mit einem Garde- und einem Showtanz.
Begeisterte Beifallsstürme erhielt die „Happy Dance Group“, die
mit ihrem Showtanz für ein optisches Glanzlicht sorgte. Was
wäre eine zünftige Männersitzung ohne Stimmungsrhythmen?
„EFG-Caruso“ Horst G. Bürklin brachte die Männerherzen in
Fahrt und alsbald ertönten die bekannten Bockschoppen-Gassenhauer
aus 800 fröhlichen Kehlen („Hände zum Himmel“, 1. und 2.
Bockfrühschoppenlied). Auch das stimmungsgeladene Finale mit der
Sängerrunde „Rot-Weiß Underberg“ ist längst Tradition.
Die Teninger „Schapfe-Clique“ sorgte für das Klang-Feuerwerk vor
der Pause, die „Winzerkapelle“ Köndringen begleitete in gewohnter
Weise durch die Sitzung. Ehrungen: Im Rahmen der Sitzung wurden
verdiente EFG-Akteure und treue Gäste geehrt. So Ehrenelferrat
Gernot Wibel für über 50- jähriges Engagement um die
Emmendinger Fasnacht (1956 bis 1961 EFG-Vizepräsident, 1961 bis
1973 EFG-Präsident, Oberzunftmeister und Mitbegründer
Narrengilde), Ehrenelferrat Peter van der Kleij (30-Jahre Emmendinger
Fasnacht) die Elferräte Clemens Geisert (23 Jahre), Ralf Karle und
Tomi Mamic (5 Jahre), Musikvereins- Vorsitzender Werner Schillinger (25
Jahre Umrahmung durch „Winzerkapelle“), Bockschoppen-GastOtto Brand
(über 50 Jahre) Dieter Erggelet (Orden für „Nichts und wieder
Nichts“ für BZ-Aktion „Bedeutendster Emmendinger“) sowie Petra
Bürklin (20 Jahre Maske und Make-up EFG-Fasnacht).
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