Jugend und Vorstufenorchester in Grindelwald
am Samstag, den 17. Januar 2009 
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Jugend- und Vorstufenorchester
in Grindelwald

Was liegt näher, als im Winter zur Abwechslung wieder einmal Schlitten zu fahren. Nicht ganz so nah, aber immer noch erreichbar liegt dazu auch noch Grindelwald. Einer der bekanntesten Wintersportorte der Welt mit seinen nicht viel weniger bekannten Rodelbahnen. Über allem thronend die viertausender Schreckhorn, Mönch und Jungfrau. Nicht zu vergessen der „nur“ 3970m hohe Eiger, unter dessen berühmter Nordwand sich die Schlittenasse der Winzerkapellenjugend ein Schlittenrennen der Extraklasse lieferten. Am Samstag, den 17. Januar ging es um 6 Uhr (für manche mitten in der Nacht) mit dem Bus los, um auch rechtzeitig in Grindelwald-Grund anzukommen. Von hier ging es in einer Halbstündigen Fahrt mit der Zahnradbahn auf die 2061m hohe Kleine Scheidegg. Das ist der Ausgangspunkt für die Rodelbahn „Eiger-Run“, die in mehreren Etappen bis ins Tal führt. Es war gut, dass die Piste kaum bevölkert war, denn es hat am Start schon gewaltig ausgesehen. Wenn 21 Jugendliche und ihre 8 Betreuer (2 Betreuer haben es vorgezogen, auf der Mittelstation auf das Gepäck aufzupassen) nur auf den Startschuss warten, um sich Richtung Tal zu stürzen. Allen voran die Jugendleiterin Sabrina. Da wünscht sich mancher auf der Piste, hoffentlich ist die Horde bald vorbei. Am Anfang ging es aber noch ziemlich beschaulich vorwärts. Jeder konnte sich noch an die für sich beste Fahrtechnik rantasten, wobei letztendlich doch der Schlitten macht, was er will. Und so geschah es auch recht schnell. Ein Schlitten hat sich für einen seitlichen Abgrund entschieden. Aber geistesgegenwärtig hat sich die Fahrerin vom Schlitten heruntergerollt und in Sekundenschnelle war der Schlitten in unerreichbarer Tiefe verschwunden. Jetzt war Teamwork angesagt. Die Jugendleiterinnen Yvonne und Bianca haben sich zusammen auf einen Schlitten begeben und es ging weiter. Aber es war klar, irgendwie müssen wir wieder an den verlorenen Schlitten rankommen. Nach einem kurzen Halt an einem Berggasthof, dessen „no picnic“ uns nicht davon abhielt, unser mitgebrachtes Essen draußen auszupacken, ging es bald eine Gabelung der Rodelbahn. Ab hier gibt es „leichtere“ Alternative „City-Run“ und der ultimative „Speed-Run“. Wobei bei beiden Alternativen das Naturgesetz gilt, 1000 Höhenmeter zwischen Kleine Scheidegg und Tal müssen egal wie überwunden werden. Nach kurzer Überlegung, welcher Adrenalin-Schub noch vertragen wird, teilte sich die Gruppe in zwei Teile. Es stellte sich dann heraus, dass jeder Teil seine Reize hat. Auch das atemberaubende Bergpanorama auf allen vier Seiten, gepaart mit herrlichem Sonneschein gab es Gratis dazu. Kurz vor der Bergbahnstation Brandegg treffen sich der City- und Speed-Run wieder. Gott sei Dank erst kurz davor zerlegte sich ein Kunstoffschlitten in seine Einzelteile. Wobei anzumerken ist, dass die Holzschlitten, vorrangig die althergebrachte „Davos-Ausführung“ auch in Grindelwald immer noch der mit Abstand meistverwendete Schlitten ist. Am Brandegg wurde nun ausgiebig Pause gemacht. Von hier aus kann man auch weiter ins Tal fahren. Das war aber noch nicht angesagt. Eine kleinere Gruppe fuhr wieder ganz hoch zur Kleinen Scheidegg, um von einer anderen Seite noch einmal einen Versuch zu wagen, an den ganz am Anfang verlorenen Schlitten ranzukommen. Die zweite größere Gruppe fuhr „nur“ eine Station (Alpiglen) höher, um sich wieder über den City- oder Speed-Run herunter zu stürzen. Nach ca. 1,5 Stunden war auch die von der kleinen Scheidegg startenden Gruppe am Brandegg wieder angelangt. Der verlorene Schlitten konnte über eine andere Talseite wieder geborgen werden. Nun war aber die Zeit reif für die Schlussfahrt zur Talstation in der Nähe des Busses. Da sich nicht jeder vorstellen konnte, was ihn erwartete, zog es ein kleiner Teil vor, mit der Bergbahn nach unten zu fahren. Was sich vielleicht der einer oder andere von den „Mutigen“ während der nun folgenden „Abfahrt“ manchmal herbei gesehnt hätte. Denn was nun folgte, hat den vorhergehenden „Speed-Run“ als Sonntagsspaziergang aussehen lassen. Am Anfang war hauptsächlich der Gedanke vorherrschend, wie man bei dieser Geschwindigkeit um die dauernd folgenden 90-Grad Kurven kommt. Das änderte sich dann. Es ging mit der Zeit mehr gerade aus, damit wurde es noch schneller und manchmal folgte ein Schwebezustand zwischen Flug und Bodenhaftung. Gedanklich rettete einen nur die Gewissheit, dass steiler als senkrecht nicht möglich ist. Entsprechend groß war dann am Ziel die Auslaufstrecke, fast wie beim Skispringen in Garmisch. Stürze waren kein Thema, man vergaß sie einfach und freute sich über einen herrlichen Tag, den manche vielleicht nicht so schnell vergessen werden. Und so ging es kurz vor 17 Uhr wieder auf die Heimreise nach Köndringen, wo alle um 20 Uhr wieder wohlbehalten ankamen. Leider wurde vor lauter Aufregung vor der Schlussabfahrt auf der Brandegg ein Schlitten vergessen. Zum Schluss noch einen großen Dank an den Busfahrer Hermann Rieth.

Bericht: Werner Schillinger


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